Die Podcastin über Sex: Isabel Rohner & Regula Staempfli “visit Berlin”, OnlyFans und weibliche Freiheit im Alter.
“Seit Jahrzehnten setzen wir Frauen uns damit auseinander, was es heißt Frau zu sein. Mutter. Tochter. Junge Frau. Alte Frau. Was macht das mit uns? Und wir werden immer selbstbewusster und sicherer und gelassener. Beschäftigen sich Männer damit, was ihr Leben, ihre Männlichkeit ausmacht?” Elke Heidenreich
“Die Podcastin” startet in medias res: In der aktuellen Zeit äußern sich Elke Heidenreich und Ildiko von Kürthy zur von Frauenverachtung triefenden “Literaturkritik” von Denis Scheck. Für die Rohnerin und LaStämpfli Ausgangspunkt für eine breite Diskussion über Altern, Frausein, Hierarchien und Körper. Isabel Rohner und Regula Staempfli sind sich im Schreiben über das Alter nicht einig; grosse philosophische und poetische Differenzen, einig aber darin, dass Frauen unbedingt über die weibliche Erfahrung in allen Lebensaltern schreiben sollten. laStaempflis Rezension zu Julia Onkens bezaubernden Buch:Die Kunst, ohne Grund vergnügt zu sein. https://weltwoche.de/story/die-kunst-ohne-grund-vergnuegt-zu-sein/ auch auf der Homepage von Regula Staempfli: https://regulastaempfli.eu/?p=11735
Die Schrumpelgurke der Woche geht an VisitBerlin, die offizielle Marketingagentur der Hauptstadt Berlin, institutionell mit vielen Millionen jährlich über die Senatsverwaltung für Wirtschaft mit Steuergeld gefördert. Auf ihrer Seite bewerben sie aktuell gleich mehrere “Vorträge über Sexarbeit” in einem Bordell. Damit nicht genug: Kritik am frauenverachtenden Menschenfleischverkaufssystem wird in der Ankündigung auch gleich noch als “Faschismus der Mitte” gebrandmarkt. Spinnt ihr, Berlin? https://www.visitberlin.de/de/event/sexarbeit-vortrag-im-studio-lux-2
Und auch die sog. “Queerbeauftragte der Bundesregierung” – eine von 27 hoch dotierten Sonderbeauftragten, die sich die Bundesregierung nach wie vor leistet – hat nichts besseres zu tun, als steuergeldfinanziert öffentlich gegen Frauen zu hetzen. Dabei schreckt sie unter der Überschrift “Frauen- und Transrechte nicht gegeneinander ausspielen” auch nicht vor persönlichen Diffamierungen gegen Alice Schwarzer, JK Rowling und Trump zurück. Und tut dabei genau das: Sie spielt Frauenrechte gegen die Rechte von Trans aus – und beleidigt gleich auch noch einen den wichtigsten geopolitischen Partner Europas. Really, Bundesregierung? Die Podcastin ist glasklar: So etwas wollen wir nicht mit unseren Steuern finanzieren! Die grosse Menschen- und Frauenrechtlerin Inge Bell hat eine formelle Beschwerde eingereicht, hier nachzulesen: Inge Bell auf Linkedin. Die Podcastin dankt Inge Bell von Herzen und ruft dazu auf, es ihr gleich zu tun und formelle Beschwerde einzulegen. https://www.linkedin.com/in/inge-bell-a4597421/
Ein Tipp hier von laStaempfli zum Altern: Frau ist über das eigene Alter nie glücklich, ausser sie ist zehn Jahre älter und wünscht sich, zehn Jahre jünger gewesen zu sein wie damals, als sie schon meinte alt zu sein. Viel schöner übrigens geschrieben im tollen Buch von laStaempfli: “Lieber Ich als perfekt.” 2014 im Südwestverlag.
laStaempflis Theorie zu OnlyFans, copyright 2026. Jedes politische System gibt sich Beschriftungsnormen für Menschen. In den liberalen Demokratien entscheiden Würde, Freiheit, Gleichheit vor dem Gesetz und Solidarität mit den Mitmenschen über das Menschenbild und die entsprechenden Codes, so festgelegt im Grundgesetz. “Im Zeitalter digitaler Reproduktion” Begriff von laStaempfli, entscheiden die Beschriftungen neu entlang der Achse, Programmier und User. Die neue Klasse der Herrschenden beschriftet die Menschen neu, wie immer wird dies zuerst über den Körper der Frauen geleistet. Früher die Kontrolle über die Reproduktion, heute die Kontrolle über den weiblichen Körper als Dienstleistungsapparat. Es geht um die Plattformlogik gegen den menschlichen Körper: Durch neue Ideologien werden menschliche Körper als Dienstleistungsorgane für die herrschende Klasse einfach neu beschriftet. Deshalb gibt es keine Prostitution mehr, sondern Sexarbeit, die nichts mit Arbeit, sondern alles mit Versklavung zu tun hat. Der digitale Affektmarkt und die Politmaschine der Gefühle bringen neue Totalitäten, bestens ausgedrückt im OnlyFans – der Mensch wird zum Content. Menschen können nicht handeln oder real arbeiten, sondern sie sind eigentlich die Kreditpunkte und Klicks im digitalen Aufmerksamkeitsmarkt. Das steckt hinter der Pornografisierung des Alltags. Im algorithmischen Zeitalter verkaufen die Frauen nicht ihre Arbeit, sondern ihre Freiheit dadurch, dass sie ihre Existenz als Content anpreisen müssen.
Bild von Regula Stämpfli, Atlanta Strassenplakate, copyright by laStaempfli 2026