#diepodcastin nicht automatisch: Isabel Rohner und Regula Staempfli on Ideologie, legalisierten Babymord in Massachussetts et al., Judenhass im Deutschen Buchpreis?, sexistische Enteignung, Maenner-Laberpods.

“Ideologie macht aus Menschen Automaten.” Regula Stämpfli

Wann werden aus Überzeugungen Ideologien? Wie erkennen wir Ideologien – und was ist die Voraussetzung, nicht selbst in die Idelogie-Falle zu treten? Die Podcastin startet mit sprechendem Denken in die neue Folge. 

Good News:

  • Am 11. September 2026 tritt das Hedwig Dohm Trio in Wolfenbüttel auf, 19.30 Uhr in der Samsonschule. Alle Termine und viele Infos zum Hedwig Dohm Trio und zur Edition Hedwig Dohm gibts auf der neuen Homepage: www.hedwigdohm.de
  • Auch Isabel Rohners private Homepage geht mit neuem Outfit an den Start – und für Linn Kegel-Fans gibt es auf der Seite auch eine besonders gute Nachricht: www.isabelrohner.com 

Am 10. August 2026 unterzeichnete die demokratische Gouverneurin Maura Healey das Gesetz H.5595: Massachusetts streicht die bisherige 24-Wochen-Grenze und stellt Abtreibungen – auch spät in der Schwangerschaft – ins ärztliche Ermessen:

Die Rohnerin macht keinen Hehl daraus, dass sie diese Nachricht der letzten Woche wirklich erschüttert hat: Die Gouverneurin von Massachussetts, Maura Healy, hat unter großer Akklamation von Frauen (!) das neue Abtreibungsrecht verabschiedet: War es bislang in diesem Bundesstaat möglich, noch bis zur 24. (!) Schwangerschaftswoche abzutreiben, ist ein Abbruch jetzt bis zur Geburt (!) möglich. Und damit steht Massachussetts noch nicht einmal allein da: In den USA erlauben 10 Bundesstaaten plus Washington DC, Abtreibungen bis zur Geburt. Kein Zufall dabei: Massachussetts findet auch “Leihmutterschaft” dufte. Den Bestellern wird durch die neue Regelung der “Rücktritt” vom “Kaufvertrag” nochmals einfacher gemacht.

laStaempfli hat zum Thema mehrere Artikel geschrieben und ein tolles Interview geben können: “Frau Stämpfli, Sie sind Feministin und pro life. Wie passt das zusammen? Interview für Corrigenda: Lukas Steinwandter fragt Politphilosophin Regula Staempfli. 13.8.2026.” siehe https://www.corrigenda.online/leben/abtreibung-bis-zur-geburt-massachusetts-frau-staempfli-sie-sind-feministin-und-pro-life-wie und auf der Homepage: https://regulastaempfli.eu/?p=11938 und auf x ARTIKEL: https://x.com/laStaempfli/article/2087105348922486785. laStaempfli erklärt am Beispiel der “Abtreibung als industrielle Qualitätskontrolle” wie zunächst die sprachliche Löschung von Frauen erfolgt, um dann die einzelnen Körperteile auszubeuten. Gleichzeitig weist laStaempfli darauf hin, dass sich offensichtlich eine unfruchtbare globale Elite darin gefällt, Sex und Reproduktion an Mädchen und Frauen als “Dienstleistungen” auszulagern und dies dann als Befreiung zu propagieren. Das ist Feudalzeitalter pur, einfach in neuer progressiver Verpackung, gepuscht durch die millionenfache Reproduktion im digitalen Zeitalter.

Sexistische Enteignung: Es geht um Besitz, die Möglichkeit der Kapitalschöpfung und des weiblichen Erbes. Sexistische Enteigung via Reputation ist gerade in Deutschland massiv: Frauen werden in den führenden Männer-Laber-Podcasts entweder überhaupt nicht behandelt und wenn, dann mit Klischees aus den 1950er Jahren. Schenkelklopfer-Gelaber war erst kürzlich in der Elefantenrunde von zwei absolut selbstgefälligen Medienmacher festzustellen: Barbie wird für jede einflussreiche Frau mittlerweile als Schimpfwort benutzt. Hässlich, wirklich hässlich.

Hier die Thesen von laStaempfli zur Biopolitik. (c) Copyright Regula Stämpfli 2026.

1. Wenn ein demokratischer Staat Abtreibung bis zur 40. Woche ins Ermessen von Arzt und Patientin stellt, gibt er den Schutz des Lebens auf. Das ist keine Selbstbestimmung. Das ist Kapitulation des Rechtsstaats.

2. Das Gesetz H.5595 in Massachusetts ist nicht links. Es ist neoliberal. Es verwandelt ein ethisches Dilemma in eine medizinische Dienstleistung und übergibt Leben und Tod dem Markt.

3. „Gesundheitspolitik“ ist der semantische Trick. Unter dem Deckmantel von Healthcare wird entpolitisiert, was Verfassungssache bleiben müsste: der Schutz derer, die sich nicht artikulieren können.

4. Der Arzt in diesem System ist kein moralischer Schiedsrichter. Er ist Dienstleister in einem profitorientierten Komplex. Wo der Staat keine Schranken setzt, gilt Optimierung.

5. Das Kind wird zu Fleischdaten. Es wird vermessen, gescannt, prognostiziert und nach Fehlerprofil sortiert. Wer den Qualitätskriterien nicht entspricht, fällt aus der Existenz.

6. Die Mutter, die vierzig Wochen getragen hat, wird zum Warenträger. Widerspruch gegen den ärztlichen Rat zur Spätabtreibung ist sozial kaum möglich. Das nennt sich Wahl und funktioniert als Zwang.

7. Spätabtreibung ohne strikte, staatlich kontrollierte Notindikation ist Eugenik von unten. Eine solidarische Gesellschaft baut Hilfen für behindertes Leben und schafft eine Welt für Kinder. Eine sog. progressive Gesellschaft propagiert Vernichtung von Menschenleben.

8. Ableismus und Klassendünkel sind nicht mehr einfach kulturelle Elitenvorurteile. Sie werden als Rechnung verpackt und determinieren Menschen als Zweck. Die Würde des Menschen wird digital, sprachlich und nun auch gesetzlich als Zweck abgetrieben.

Fazit: Progressive Kritik heisst deshalb nicht Pro-Choice-Rhetorik. Sie heisst: gegen die Kommerzialisierung des Körpers, gegen die Selektion der Schwächsten, gegen ein Menschenbild, in dem Mutterschaft Dienstleistung ist und das Kind eine Charge.

Maha El Hissy hat kein Problem damit, die populärsten antisemitischen Ritualmordlegenden in ihrem Werk und auf Twitter/X zu verbreiten – der Deutsche Buchpreis honoriert dies und macht sie zum neuen Vorstandsmitglied. laStaempfli ist entsetzt, dass hier kein Aufschrei stattfindet: Offensichtlich ist der Judenhass in der Kulturszene voll angekommen. Der Deutsche Buchpreis verteilt kulturelle Autorität – schreiben Sie alle ein Protestschreiben an die Institution.